Ein Beitrag zur Filterfotografie von Armin Meller

Wer braucht denn noch Filter in Zeiten von Photoshop und Co???

Heute möchte ich euch mal ein wenig Theorie zu Graufiltern vermitteln. Die erste Frage, die sich jedem stellt, ist wohl die: Brauche ich in Zeiten von all den tollen Bearbeitungsprogrammen überhaupt noch Filter? Ja und nein! Einige Filter aus der analogen Zeit sind heute maßgeblich überflüssig. Zwei Arten von Filtern sind aber immer noch unerlässlich, um bestimmte Bilder zu machen. Zum Einen der POL – Filter und dann die Grau-, bzw. ND-Filter.

Zu den Grau- und Grauverlaufsfiltern möchte ich heute mal ein wenig hier in den Blog schreiben. Fangen wir einfach mal damit an, was diese Filter können! oder welchen Effekt man damit erzielen möchte.

Mit einem Graufilter kann die einfallende Lichtmenge reduziert werden, um so eine längere Belichtungszeit zu erhalten oder mit einer größeren Blendenöffnung fotografieren zu können. Möchte man zum Beispiel eine Wasseroberfläche wie die des Meeres glätten, so geht dies nur mit einer Belichtungszeit von mehr als 15 Sekunden.

Solch eine lange Belichtungszeit ist nur durch den Einsatz eines Graufilters möglich. Weitere Beispiele sind fließende Gewässer und Wasserfälle, die dann samtig weich erscheinen. Nur durch eine Langzeitbelichtung von mehr als einer Sekunde gelingt eine weiche und fließende Darstellung. Hier muss jedoch auch die Fließgeschwindigkeit des Gewässers beachtet werden!

Oder wie sieht es mit der Darstellung des Himmels mit seinem Wolkenspiel aus? Die Langzeitbelichtung führt zu einer ganz anderen Darstellung der Wolken, die dadurch wesentlich intensiver wirken. Je nach Windgeschwindigkeit lassen sich mit der richtigen Belichtungszeit auch spektakuläre Effekte erzielen. Bei Wolken ist im Vorfeld auch ein wenig Arbeit nötig. Nachdem man seinen Ausschnitt gewählt hat und weiß, was für ein Bild es werden soll, muss berechnet werden, wie lange die Wolken brauchen, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Dementsprechend errechnet man die Belichtungszeit und wählt den passenden Filter aus. Graufilter kommen aber auch zum Einsatz, wenn Personen verschwinden sollen, oder man sie nur andeuten will. Das ist sehr reizvoll bei sehr belebten Plätzen.

Momentan erlebt die Filterfotografie ja eine Art Revival. Hatte man vor ein paar Jahren noch Probleme, gute Filter zu bekommen, bzw. musste man teils Monate darauf warten,sind sie heute meist direkt verfügbar! Ich habe es selbst erlebt, als ich mir zum Release Day die Firecrest von Formatt Hitech bestellte und diese dann mit einer Verzögerung von sechs Monaten erhielt.

Mittlerweile ist der Markt nahezu unüberschaubar! Es gibt viele Marken wie z.B. Haida, Formatt Hitech, LEE Filters, Sing Ray, Lensinghaus, PHOREX und Rollei um nur einige zu nennen.

Auch preislich ist alles vertreten, vom Low-Budget-Filter bis zum High-End-Produkt. Selber habe ich mit einem Low Budget Produkt angefangen! Mittlerweile, nach ausprobieren von LEE Filters und Formatt HiTech bin ich bei Rollei gelandet. Hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis und, viel wichtiger, die Farbneutralität.

Denn mir geht es ja darum, das fertige Bild schon vor Ort zu machen, ohne nachher zu Hause am Rechner noch viel Zeit investieren zu müssen; die verbringe ich lieber in der Natur und mache Fotos. Bisweilen werde ich gefragt, aus wie vielen Bildern meine Bilder bestehen würden, nun ja, aus dem einen, das ich vor Ort gemacht habe. Deshalb sind Filter für mich in der richtigen Situation durch nichts zu ersetzen.

Und nun zur nüchternen Theorie!

 

Was ist ein Graufilter?

Ein Graufilter ist eine abgedunkelte Linse ( wahlweise aus Kunststoff oder Glas ), die vor dem Kameraobjektiv befestigt wird. Hier unterscheidet man zwischen schraubbaren oder steckbaren Systemen. Diese reduzieren den Lichteinfall. Gängige Bezeichnungen sind auch ND-Filter oder Neutraldichtefilter. Die Filter sind grau abgedunkelt und ermöglichen so längere Belichtungszeiten oder den Einsatz einer größeren Blendenöffnung, ohne dabei Einfluss auf Kontrast oder Farbe zu nehmen. Eigentlich so eine Art Sonnenbrille für euer Objektiv. Kleiner Low-Budget-Tipp für euer Handy: Haltet mal eure Sonnenbrille vor eure Kamera vom Handy, gibt auch gute Fotos.

 

Warum benötigen wir einen Graufilter?

In der Fotografie gibt es immer wieder Gegebenheiten, die wir nicht beeinflussen können. Wer am Tag zum Beispiel Landschaftsaufnahmen machen möchte, der benötigt einen ND – Filter. Ohne Filter ist das Licht zu hell und die Verschlusszeiten zu kurz, um optimale Aufnahmen zu erzielen.

Jedoch auch, um Effekte wie samtweiches Wasser bis hin zu Nebel zu erzeugen, benötigen wir einen ND-Filter. Menschenleere Plätze oder ziehende Wolken, alles Effekte, die wir mit ND-Filtern produzieren können.

 

Belichtung mit ND-Filtern!

Allgemein kann man hier keine Aussage machen. Dies hängt alles vom gewählten Filter, der Blende und natürlich der eigenen Kreativität ab. Alle diese Faktoren machen aber auch das Spiel mit der Belichtungszeit so spannend. Unter anderem hängt das auch mit der eigenen Erfahrung zusammen. Wenn man gerade anfängt, sollte man immer Belichtungsreihen durchführen. Zum Einen, weil man sich noch nicht so sicher ist, und zum Anderen, um zu schauen, was für Effekte sich ergeben. Natürlich gibt es auch hier kleine Helferlein wie z.B. Tabellen oder Apps, die einem helfen, die richtige Zeit zu finden. Einige Hersteller bieten auch eigene Apps an. Diese sind dann genau auf ihre Filter abgestimmt. Denn leider haben sich die Hersteller nicht auf eine gemeinsame Bezeichnung geeinigt.

 

Wie berechne ich die richtige Belichtungszeit?

Am einfachsten ist dies gerade am Anfang mit der Zeitautomatik ( A, AV ). Hier wählt man die Blende vor und die Kamera wählt dann die Belichtungszeit selbst. Mit dieser Zeit könnt ihr dann in den Tabellen oder Apps nachsehen, welche Zeit mit dem ausgewählten Filter zum Tragen kommt.

Persönlich addiere ich, je nach Effekt, den ich erzielen möchte, nochmal 5 – 10 % hinzu. Nicht zu vergessen bei der Berechnung ist auch, ob ihr noch einen weiteren Filter verwendet. Habt ihr beispielsweise auch noch einen POL-Filter drauf, muss dieser natürlich in die Berechnung mit einbezogen werden. Im Schnitt schluckt ein POL-Filter 1-2 Blendenstufen. Da müsst ihr selbst ein wenig rumprobieren, denn auch die POL-Filter sind nicht einheitlich.

 

Was ist zu beachten?

Langzeitbelichtungen mit ND-Filtern macht man immer im M- oder Bulb-Modus. Dies sind die Modi, bei denen ihr alles selbst einstellt. Denn die Kamera ist nicht in der Lage, die richtige Belichtungszeit zu errechnen. Ein Stativ ist Pflicht, wenn ihr mit Graufiltern fotografiert. Aufgrund der längeren Belichtungszeiten sollte dies einen guten Stand haben. Erschütterungen während der Aufnahme sind zu vermeiden, deshalb unbedingt mit einem Fernauslöser arbeiten. Auch das Reinigen und Sauber halten der Filter ist unabdingbar für schöne Aufnahmen. Aufgrund der längeren Belichtungszeiten versauen euch schon kleinste Partikel nachher das Bild. Sehr nervig ist dies am Meer mit seiner Gischt und dem Sand und Staub. Aber das muss leider sein, wenn ihr mit spektakulären Bildern nach Hause gehen wollt.

Tipp: Fokussieren immer ohne Filter! Auch wenn die Kamera es im Live View schafft, ein Bild darzustellen, werdet ihr zu Hause am Rechner sehen, dass der Fokus  nicht sitzt.

 

Ablauf beim Fotografieren! ( Stecksystem )

  • Stativ aufbauen
  • Kamera mit Fernauslöser fertig machen
  • Stabilizer ausschalten
  • Adapter oder Haltering anbringen
  • Je nach System zweiten Ring mit POL-Filter anbringen
  • Filterhalter und Filter vorbereiten
  • Modus A oder AV wählen, Blende einstellen
  • In den Live View umschalten
  • Ausschnitt wählen und fokussieren
  • Falls AF genutzt wurde nun auf MF umschalten
  • Belichtungszeit berechnen anhand der A oder AV-Vorgabe
  • Kamera auf M oder Bulb umschalten, je nach Zeit
  • Nun Belichtungszeit einstellen
  • Filterhalter mit Filter anbringen
  • Auslösen

 

Nachbetrachtung

Nun habt ihr also euer Foto im Kasten. Solange ihr vor Ort seid, könnt ihr noch Korrekturen vornehmen. Also immer kontrollieren, ob alles passt. Ist der gewünschte Effekt so wie erwartet?  Stimmt die Schärfe etc.? Ist man vor Ort, kann man alles noch mal neu machen und ärgert sich nachher nicht zu Hause.

Das ist in etwa die Kurzform zur Filterfotografie. Habe versucht, mich auf das Wesentliche zu beschränken. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die umfangreiche Art dieser Fotografie. Nicht umsonst haben einige ganze Bücher dazu geschrieben. Die kann man natürlich alle lesen und hat dann geballtes Fachwissen. Mein Weg ist der des Ausprobierens, lieber in der Natur testen und Erfahrungen sammeln als allzu viele Bücher lesen. Natürlich mache ich das auch! Ein Buch, das ich persönlich sehr gut finde, ist von Uwe Statz und heißt, wie sollte es auch anders sein: „Filterfotografie“ und hat die ISBN 978-3958453371

Natürlich sind wir damit noch nicht am Ende. Es gibt ja noch die GND-Filter! Nun das sind Graufilter die einen Verlauf beinhalten. Entweder in soft oder hart. Dies beschreibt, ob der Filter mit einer harten Kante endet oder die graue Einfärbung soft in klar übergeht. Solche Filter verwendet man zum Abdunkeln des Himmels und  damit man Himmel und Vordergrund gleichmäßig belichten kann. Stark überbelichtete Bereiche enthalten keine Zeichnung mehr, und wo nichts ist, kann auch ein Bearbeitungsprogramm nichts mehr machen.

Ein Sonderfall ist der GND-Reverse-Filter, dieser fängt klar an, dann kommt ein Übergang ins Graue und er läuft auch klar aus. Dieser spezielle Filter ist nur für Sonnenauf- bzw. Sonnenuntergang geeignet.

Im Gegensatz zu ND-Filtern, wo man auch auf Schraubbare zurück greifen könnte, nutzt man hier nur Stecksysteme. Alles andere macht keinen Sinn, man muss den Filter verschieben können. Bei einem Schraubbaren liegt der Horizont immer mittig. Das ist für die Bildgestaltung aber nicht vorteilhaft, erinnere hier mal kurz an die Drittelregel.

Bei Verwendung von einem POL-Filter, einem ND-Filter und dazu noch ein GND-Filter wird es aber auch schon recht schwierig, die richtige Belichtungszeit zu errechnen. Deshalb ist hier auch der Zeitpunkt, wo ich allen empfehle, einfach raus und probieren.

In der heutigen digitalen Zeit ist es doch egal, wie viele Aufnahmen man macht, teure Filme und Entwicklungskosten hat man nicht mehr. Bis natürlich bei dem einen tollen Foto, das man drucken und rahmen lässt J

Falls jemand Interesse hat, sich damit zu beschäftigen, den Schritt aber nicht wagt aufgrund dessen, dass Anschaffungen ja recht teuer sind:  einfach mal bei den Veranstaltungen schauen, wann wieder ein Workshop Filterfotografie ist und anmelden.

Wer weitere Fragen hat oder mal mit losziehen möchte, kann mich gerne über FB anschreiben oder mir eine Mail an mellerarmin@gmail.com schicken.

Liebe Grüße,
Armin

Ein Beitrag zur Landschaftsfotografie von Armin Meller

Was ist wichtig für die Landschaftsfotografie? Teures Equipment! Eine teure Kamera! Tolle Objektive!

 

Am Anfang dachte ich dies auch für eine kurze Zeit, aber dem ist mitnichten so! Im Laufe der Zeit  und nach Anschauen von Fotos berühmter Fotografen fiel mir auf, daß einige gar keine so hochwertige Ausrüstung am Anfang hatten, jedoch trotzdem hervorragende Bilder machten!

Also, wie machten sie es? Eigentlich ganz einfach, sie kennen sich mit ihrer Kamera aus. Dies ist essentiell, um gute Fotos zu machen. Fotografie ist ein Handwerk und genau wie ein Handwerker sein Werkzeug kennt, muss der Fotograf seine Kamera kennen. Befasst euch also mit eurer Kamera, studiert sie, welcher Knopf ist für was, wo stelle ich xyz… ein.

Ansel Adams hatte bei weitem nicht unser heutiges Equipment, nicht mal eine DSLR-Einsteigerkamera, seine Bilder jedoch beeindrucken mich noch heute.

Fazit, wer sich mit seiner Kamera auskennt, kann auch gute Bilder machen, Punkt. Es ist erstmal völlig egal, was für eine Kamera ihr habt: wenn ihr diese kennt, ist das schon mal der wichtigste Schritt.

Ganz wichtig, nicht die Kamera macht die Bilder, sondern ihr…!

Nun werden einige, die mich kennen sagen: du hast gut reden, hast ja alles nur top Equipment. Stimmt, aber nicht, damit die Kamera bessere Bilder macht, denn die mache ja ich 😉 Sondern weil mir gutes Equipment, was zur richtigen Zeit einwandfrei funktioniert, Zeit schenkt. Zeit, die ich dann zur Verfügung habe, um mich um mein Bild zu kümmern.

Zeit, mich mit der Situation vor Ort und den Gegebenheiten auseinanderzusetzen und das Bild zu gestalten.

Dazu kommt der Faktor Geld: nach diversen Fehlkäufen investiere ich mittlerweile nur noch in sehr gutes Equipment: wer billig kauft, kauft zweimal!

Angefangen habe auch ich mit einer ganz normalen Digicam, dann kam eine Canon EOS 400 D, als die nicht mehr reichte, ging der Sprung zur 7D und nun nutze ich eine 1Dx.

Dabei ist es völlig egal, welchem Lager ihr angehört. Alle Hersteller bauen heute gute Kameras, mit Stärken und Schwächen.

Aber kommen wir zurück zur eigentlichen Fotografie. Landschaftsfotografie, eine schier unerschöpfliche Vielfalt eröffnet sich einem, wenn man in diesen Bereich der Fotografie eintaucht.

Das wichtigste ist das Licht, Fotografie ist ja nun mal „Malen mit Licht“. Befasst euch damit, lernt, Licht zu lesen. Ihr könnt an der schönsten Location sein, wenn das Licht nicht stimmt, wird das Bild nix.

Danach kommt die Location: wenn ihr an eurer Location ankommt, schaut euch das Motiv an, auch oder vor allem aus verschiedenen Blickwinkeln, schon ein paar Meter können von einem och jo zu einem WOW wechseln.

ENTSCHLEUNIGUNG, ein ganz wichtiger Aspekt ist die ruhige und stressfreie Herangehensweise. Landschaftsfotografie ist nichts, was man mal schnell nebenbei macht. Für mich ist das genau der richtige Ausgleich zum normalen und stressigen Alltag.

Draußen in der Natur bestimmt diese den Ablauf, abhängig von Wind und Wetter, Sonne, Mond und Sternen könnt ihr entweder euer Bild machen oder nicht! Locations sollte man auch öfter besuchen, zu verschiedenen Jahres- oder Tageszeiten. Eine Location, die am Morgen trist und unscheinbar aussieht, kann in der untergehenden Sonne spektakulär erscheinen.

Und egal, wie gut ihr im Vorfeld geplant habt: am Ende entscheidet das Wetter vor Ort, ob ihr mit einem Bild nach Hause geht, das sich lohnt, gedruckt zu werden.

Und nicht nur bei tollem Wetter lassen sich schöne Bilder machen. Gerade die Stunden, wenn ein Sturm aufzieht oder für den nächsten Tag Nebel angesagt wird, lohnen sich ganz besonders. Diese Bilder laden zum Träumen ein, entführen einen an andere Orte und geben der Fantasie Raum.

Eine der wichtigsten Disziplinen ist Ausdauer und Geduld. Manchmal muss man stundenlang auf das richtige Licht warten, aber wenn es sich einem dann eröffnet, nimmt man atemberaubende Fotos mit nach Hause. Es gibt Tage, da muss man stundenlang auf den richtigen Moment warten, wenn der dann kommt, stellt sich jedoch ein sehr schönes Gefühl der Freude ein, daß sich das Aufstehen morgens um halb vier mal wieder gelohnt hat.

Solltet ihr mal am Meer mit seinen Gezeiten sein, dann wartet mal an einer schönen Stelle das Kommen und Gehen der Flut ab. Mit etwas Proviant und einer Decke macht ihr dann verschiedene Bilder von ein und der gleichen Stelle, aber die Bilder gleichen sich nicht. Entschleunigung halt 😉

Hier ein paar Tipps:

Landschaftsfotografie immer mit Stativ und Fernauslöser. Fotografieren mit geschlossener Blende, ab f/8 und niedriger ISO, am besten die niedrigste, welche die Cam hergibt. Dadurch ergeben sich zwangsläufig längere Belichtungszeiten, deshalb das Stativ.

Einige schwören auf UWW Objektive, ich wiederum bin da recht frei und denke, daß es eher am Motiv liegt, welches man aufnehmen möchte, da kann es auch mal ein 70 – 200 sein.

Um Verwacklungen zu vermeiden, ist ein Fernauslöser Pflicht, nichts ist schlimmer als am Rechner zu merken, daß man verwackelt hat 🙁

„Morgenstund hat Gold im Mund“, dies gilt auch in der Landschaftsfotografie. Wenn die Sonne aufgeht, das Licht langsam wärmer wird und lange Schatten wirft, entstehen so schöne Bilder.

Dafür muss man früh aufstehen, ein Päckchen, das der Landschaftsfotograf zu tragen hat, aber die Bilder entschädigen dafür um so mehr.

Früh am Morgen erwarten einen frische Luft, die bedeutend klarer ist als zur Mittagszeit. Frühnebel, der Bildern einen mystischen Charakter gibt und vielleicht Morgentau, der einen feinen Glanz auf Laub und Pflanzen legt.

Zusammenfassung:

1. Niemals ohne Stativ

Ein robustes standfestes Stativ ist Pflicht in der Landschaftsfotografie. Das Stativ gibt euch die Zeit, euer Motiv auszusuchen und den richtigen Schnitt zu wählen. Bildaufbau, Horizont ausrichten, ein Stativ gibt euch die Zeit, die ihr braucht.

2. Einstellungen

Vergesst die Automatik. Alle Einstellungen macht man manuell, die Kamera kann ja nicht erahnen, wie ihr euer Motiv komponiert. Landschaftsfotos macht man am besten ab Blende 8, persönlich bevorzuge ich Blendenwerte von 11 – 16. Dies führt jedoch zu Beugungsunschärfe. Mir ist das egal und ich kann damit leben, muss jeder selbst entscheiden. Sehr wichtig ist auch der Fokus. Die Entfernung, bzw. Distanz, auf die ihr scharf stellen müsst. Die sogenannte Hyperfokale Distanz einer Blendenstufe, auf die man scharf stellen muss, um optimale Schärfe im Bild zu haben. Aufgrund verschiedener Sensoren kann man hier pauschal nichts aussagen, bei DOF Master http://www.dofmaster.com/dofjs.html könnt ihr euch das mal anschauen. Dazu kommen noch die verschiedenen Systme wie VF und APS-C etc. Mein Favorit sind Apps, die es zu diesem Thema gibt. ISO-Wert so niedrig wie möglich, und immer im RAW Format.

3. Die Drittel Regel

Mittig platzierte Eyecatcher, oder aber der Horizont mittig mag unseren Sehgewohnheiten entsprechen, aber auf Fotos wirkt das eher langweilig. Wendet die „Drittel-Regel“ an, ein Drittel Himmel, zwei Drittel Boden, oder andersrum. Weitet diese auch auf euer Hauptmotiv im Bild aus. Bilder mit der „Drittel-Regel“ wirken beeindruckender.

4. Linienführung / Bildaufbau

Wenn ihr Linien zur Verfügung habt, nutzt diese. Zäune, Wege oder Stege. Linien ziehen den Betrachter förmlich ins Bild. Am besten ist es, wenn diese den Betrachter zu eurem Hauptmotiv führen. Wenn ihr mit UWW arbeitet, beachtet den Vordergrund, platziert dort einen Eyecatcher, einen Stein, ein Strauch etc. Dies verleiht dem restlichen Bild enorm viel Tiefe.

5. Licht

Die besten Landschaftsfotos entstehen zur „goldenen Stunde“ bzw. zur „blauen Stunde“. Die goldene Stunde ist die Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang. Das Licht ist dann fast golden und wirft schöne lange Schatten. Eine kleine Ausnahme am Meer, hier kann man auch gut zur Mittagszeit fotografieren, da die fast senkrechte Sonne das Meer schön blau färbt. Nun die blaue Stunde: dies ist die Zeit vor Sonnenaufgang oder halt nach Sonnenuntergang. Der Himmel strahlt dann in einem sehr intensiven blau.

6. Wolken

Die Wolken sind euer Freund. Strahlend blauer Himmel mag für ein Picknick toll sein. Auf Bildern jedoch will man Dynamik, das Bild soll wirken und Emotionen wecken. Wolken geben Bildern den letzten Schliff oder werden sogar zum Hauptmotiv, je nach Wetterlage.

7. Filter, die Helferlein des Landschaftsfotografen

Es gibt unheimlich viele Filter am Markt. Einige sind nicht wirklich sinnvoll. POL – Filter sowie Grau- und Grauverlaufsfilter sollte sich aber jeder, der tiefer in die Landschaftsfotografie eintaucht, anschaffen. Mit einem POL – Filter könnt ihr Wolken am Himmel viel besser ausarbeiten. Oder Wasserflächen ver- und entspiegeln. Graufilter lassen euch die Belichtungszeiten verlängern, dadurch könnt ihr fließendes Wasser wie Nebel erscheinen lassen. Mit Grauverlaufsfiltern habt ihr mehr Kontrolle über bestimmte Bereiche im Bild, die euch sonst überbelichten würden. Ich schneide das Thema nur kurz an, darüber kann man einen eigenen Blogeintrag machen. Das Thema Filter ist sehr komplex und vielschichtig.

8. Regeln

In der Fotografie gibt es Regeln, diese sollte man kennen. Warum? Damit man sie brechen kann. Immer wieder wird es Situationen geben, wo euch die Regeln im Wege stehen. Aber um Regeln zu brechen, sollte man sich erst mal mit ihnen vertraut machen!

9. Plant eure Exkursion im Vorfeld

– wann geht die Sonne / der Mond auf / unter.

– was sagt der Wetterbericht.

– wie lange sind die Anfahrtswege / Aufstieg etc.

– welche Locations liegen auf dem Weg

10. Packt euer Equipment am Vortag

– Kamera, Objektive, Rucksack

– Zubehör wie Speicherkarten, Akku´s, Stativ, Fernauslöser…

Ein kleiner Punkt, der oftmals vergessen wird, den man aber als wichtig erachten sollte! Sagt jemandem Bescheid, wohin ihr euch auf den Weg macht: Mutter, Vater, Schwester, Bruder, Partner… In der Landschaftsfotografie wagt man sich oft an Stellen, wo nicht gerade jemand suchen würde, wenn euch mal was passiert 🙂

Mittlerweile gibt es ja auch diese T-Shirts mit dem Aufdruck: „Leg dich nie mit einem Fotografen an, die kennen Orte, an denen dich niemand findet“ ist gar nicht so abwegig 🙂

Ich hoffe, euch hat der Blogeintrag gefallen und vielleicht bei dem Einen oder Anderen das Interesse an der Landschaftsfotografie geweckt. Wer mal mit losziehen möchte, darf mich gerne über FB anschreiben oder schickt mir eine Mail an: mellerarmin@gmail.com

Einige meiner Arbeiten findet ihr bei Facebook:

https://www.facebook.com/arminmellerphotography/?ref=page_internal

Liebe Grüße

Armin